Das Gernsbacher Modell – Von der Mittleren Reife zum Abitur 

Kooperation der HLA Gernsbach und der von Drais-Schule eröffnet Schülern mit Mittlerem Bildungsabschluss den Weg zum Studium. 
„Wir bieten Absolventen mit Mittlerem Bildungsabschluss – sei es von der Gemeinschaftsschule, Realschule oder dem Gymnasium die Möglichkeit das Abitur in Gernsbach ortsnah abzulegen“, erläutert Christian Bruder, Stellvertretender Schulleiter der HLA Gernsbach“.

Die Bedeutung von Gernsbach als Bildungsstandort im Murgtal wächst immer weiter. Ein Meilenstein ist das so genannte Gernsbacher Modell, das die Handelslehranstalt (HLA) in Kooperation mit der Von-Drais-Schule initiiert hat. „Wir bieten für Absolventen mit mittlerem Bildungsabschluss mit dem Gernsbacher Modell eine drei- oder vierjährige Alternative zum Wirtschaftsgymnasium und können für jeden Schüler ganz spezielle Bildungsmodelle anbieten“, erklärt der stellvertretende Schulleiter Christian Bruder. In Gernsbach besteht damit auch an der HLA die Möglichkeit das Abitur zu machen.

Für die Schüler der Von-Drais-Gemeinschaftsschule bedeutet diese Kooperation eine durchgehende Möglichkeit, vor Ort in Gernsbach einen Schulabschluss der Oberstufe zu erhalten. Zur Vorbereitung auf die Oberstufe planen die beiden Schulen weitgehende Kooperationen in den Fächern Mathematik, Wirtschaft und Datenverarbeitung beginnend mit Klasse 6. Im laufenden Schuljahr wurden bereits erste Kurse in den Fächern Textverarbeitung und Büromanagement in Klasse 8 angeboten.

„Den Schülern soll durch gezielte Fördermaßnahmen der Übergang in die Oberstufe erleichtert und ein Grundverständnis für wirtschaftliches Handeln und ökonomische Zusammenhänge vermittelt werden“, sagt Bruder, der das Gernsbacher Modell bereits bei dem Infotag der Von-Drais-Schule vorgestellt hat und auf großes Interesse gestoßen ist.

Die Gemeinschaftsschule endet mit der Klasse 10, danach geht es an der HLA über das Berufskolleg in die Oberstufe, die mit der Fachhochschulreife abschließt. Diese ermöglicht ein Studium an den Fachhochschulen und der Dualen Hochschule in Baden-Württemberg. Durch den Besuch der Wirtschaftsoberschule an der HLA Gernsbach kann im Anschluss in ein oder zwei Jahren die Allgemeine Hochschulreife erworben werden. Das Abitur berechtigt zu einem Studium an einer Universität.

„Dieser Weg steht natürlich auch Bewerbern mit einem Mittleren Bildungsabschluss offen, der an der Realschule, Werkrealschule oder dem Gymnasien erworben wurde“, so Bruder. 

Neben dem traditionellen kaufmännischen Berufskolleg I und II bietet die HLA Gernsbach zwei exklusive Schularten an.

Das Berufskolleg Verzahnung ermöglicht durch eine weitergehende Integration von Ausbildungsinhalten bestimmter Ausbildungsberufe neben der Aufnahme eines Studiums auch eine verkürzte Berufsausbildung. Das Berufskolleg Wirtschaftsinformatik eröffnet durch sein Profil hervorragende Chancen im IT-Bereich. Die derzeit rund 500 Schüler der HLA Gernsbach bringen eine hohe Motivation mit und kommen aus dem gesamten Landkreis Rastatt und darüber hinaus. In Übungs- und Juniorenfirmen erleben die Schüler die Arbeitswelt ganz nah.

Die Wirtschaftsoberschule richtet sich vorrangig an Menschen, die bereits im Berufsleben standen, aber den Wunsch zum Studium haben und dafür noch das Abitur benötigen.

Daneben steht die Wirtschaftsoberschule auch Absolventen der Berufskollegs offen, die während deren Besuchs den schulischen Berufsabschluss „Wirtschaftsassistent“ erworben haben. Das ist in der HLA Gernsbach grundsätzlich der Fall.
Damit können auch sie die Wirtschaftsoberschule besuchen. „Eine einzigartige Kombination im Landkreis Rastatt“, betont Bruder. Schüler, die die Wirtschaftsoberschule besuchen, können außerdem ein Bafög beantragen, das unabhängig vom Einkommen der Eltern ist und nicht zurückbezahlt werden muss. Die hohe Innovationskraft der HLA Gernsbach zeigt sich auch im Bereich der Dualen Berufsausbildung. Gemeinsam mit der HLA Rastatt, der HLA Bühl und der Steinbeis Business Academy bietet die Schule ab dem kommenden Schuljahr eine Doppel- Qualifikation an, in der eine kaufmännische Ausbildung zum Industriekaufmann/frau parallel mit einem betriebswirtschaftlichem Bachelor-Studium kombiniert wird. Eine ernstzunehmende und günstige Alternative zum Studium an der Dualen Hochschule.