Neun aufregende Tage in New York

Rund 30 Schüler hatten sich mit einem Motivationsschreiben im vergangenen Jahr für einen Aufenthalt in der US-Metropole beworben. Für die Teilnehmerschar des Berufskollegs 2 und der Wirtschaftsoberschule, die es geschafft hat, war es das Ereignis ihrer bisherigen Schülerlaufbahn schlechthin. Begleitet wurden sie von Martin Strauß, Lehrer für BWL, Schülerfirma und Sport, und Christine Schwab, Leiterin der Fachabteilung kaufmännisches Berufskolleg. „Erst als wir über die Brooklyn Bridge gingen, haben wir realisiert, wo wir sind“, erzählt Hanna im Rahmen eines Pressegesprächs.

Im Gepäck der Gruppe flog am 9. April die Wochen zuvor vorbereitete Präsentation mit, die das Thema „Nachhaltige Techniken für die psychische und physische Gesundheit von Schülern, Bezug nehmend auf Stressmanagement und gesunde Ernährung“ beleuchtete. Auch hatten sich die HLA-Botschafter in Übersee Gedanken über den jeweiligen Dresscode bezüglich ihrer Anlaufstationen zu machen.

Gezeigt wurde die in Gernsbach vorbereitete Arbeit bei einigen Workshops, unter anderem im Deutschen Konsulat und der New York Universität. Eine ganz neue Erfahrung war der Meditations- und Akupunkturkurs, der gleich zu Beginn des Aufenthalts auf die Gruppe wartete, erzählt Angelika. In guter Erinnerung wird den Jugendlichen auch der Besuch bei den Vereinten Nationen bleiben. Dort eilte ihnen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen entgegen, die just zu diesem Zeitpunkt, begleitet von einem Pressetross, die Sitzung des Weltsicherheitsrats verließ. Sie nahm sich kurz Zeit, um mit der HLA-Delegation zu plaudern. Lebhaft erinnert sich die Abordnung an die Diskussionen und Treffen mit Jason Higgins vom Martin Luther King Center, mit dem Strauß seit 2012 die Zusammenkünfte plant. Außerdem mit Sherrill Kazan vom Völkerrat der Vereinten Nationen (World Council of Peoples for the United Nations).

Ebenso war die Gruppe zu Gast in der Life Academy High School for Film and Music. Dort faszinierte sie das Unterrichtsmodell, das nicht auf in sich geschlossene alterskonforme Klassenstufen fußt, sondern auf den jeweiligen Bildungsstand seiner Schüler. Das Programm der Schüler aus Gernsbach beinhaltete auch wieder den Besuch des deutschen Konsulats. Eine rund 40-köpfige Runde aus deutschen und amerikanischen Schülern fand sich dort zur Diskussion ein. Beeindruckt zeigte sich Hanna auch von der Größe des Sitzungssaals. Wiederum ein Höhepunkt war der Besuch des Unternehmens „mindbodygreen“. Eine letzte Herausforderung war die Teilnahme an der Global Business Challenge an einer de  r New Yorker Universitäten. Aufgeteilt in 36 Teams unterschiedlicher Nationen hatten diese eine Präsentation zu dem von der UN erstellten Themenkomplex eines zukunftsorientierten, nachhaltigen Bildungsprogramms zu erarbeiten – das am Schluss vor 400 Studenten zu erläutern war. Für Wirtschaftsoberschüler Enes ein absolutes Erfolgserlebnis: Denn seine Gruppe durfte sich am Ende über den dritten Platz freuen.

Viel Zeit für Besichtigungstouren blieb den Schülern nicht. Dafür war das Besuchsprogramm zu eng getaktet. Rund 900 Euro sind von jedem Teilnehmer für die Studienfahrt zu berappen. Weitere Voraussetzungen sind gute Noten, eine engagierte Teilnahme an schulischen Projekten sowie eine gute Bewerbung. Gefördert wird der USA-Aufenthalt in jedem Jahr vom Land Baden-Württemberg.