Nachhaltiges Wirtschaften in Schülergenossenschaften

Mit ausgedienten Skateboards neue Designregale herstellen und diese auf einem Designmarkt verkaufen – diese Idee verfolgten Schülerinnen und Schülern der Schülergenossenschaft Eventure in einem Projekt der Handelslehranstalt Gernsbach. Die Schülerfirma aus dem Berufskolleg 1 wollte mit Ihrer Umsetzung zeigen, dass sich scheinbare Abfallprodukte durch ein Upcycling in neue Gebrauchsgegenstände verwandeln lassen.

Die Schülergenossenschaft, deren Hauptgeschäftsfeld die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen und Events ist, beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Handlungsprinzip der Nachhaltigkeit. So wurden in der Vergangenheit bereits Projekte zum Klimaschutz, wie der Verleih eines Elektrolastenrads von der Schülerfirma umgesetzt. Bei Ihrem letzten Ansatz wollte die Projektgruppe mit der Umarbeitung von alten Skateboards die Verschwendung von Ressourcen bearbeiten. Den Rahmen für die Projektarbeit bot die Teilnahme am BEO Wettbewerb Berufliche Schulen der Baden-Württemberg Stiftung, welche die Umsetzung finanziell und mit Workshops unterstützte. Die Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren suchten sich zudem externe Partner und konnten schließlich sogar den Europameister im Skateboarden Alex Mizurov, als Paten für das Projekt finden. Mizurov signierte die in sorgfältig geplanten Arbeitsschritten hergestellten Designregale und lieferte Input in Sachen Motivation und Zielstrebigkeit. Diese Ratschläge konnte die Projektgruppe gut gebrauchen, da die Corona-Pandemie sämtliche weitere Pläne durchkreuzte.

Schüler mit Profiskateboarder Alex Mizuro

So war der Verkauf der Regale auf einem Künstler- und Designmarkt nicht mehr realisierbar und auch die geänderten Bedingungen im Schulbetrieb erforderten kreative Lösungen für die Fortführung des Projekts. Die Schülergenossenschaft entschloss sich in den folgenden Wochen für den Verkauf über Internetplattformen und im Bekanntenkreis. Es konnte letztlich genug Geld erwirtschaftet werden, um aus dem Erlös für einen guten Zweck zu spenden. Die Schülerinnen und Schüler entschieden sich für die Unterstützung von skate-aid, einer Organisation, die weltweit Kinder im Rahmen der Jugendhilfe, des Sports, der Kultur und der Völkerverständigung unterstützt. Konkret fließt das Geld in ein Skateboard Hilfsprojekt in Ruanda. Auch im neuen Schuljahr möchten die Schüler ihr Engagement im Rahmen der von gelebter Nachhaltigkeit an der HLA Gernsbach fortsetzen.

Vertreterinnen der Schülergenossenschaft mit Bildungsreferentin Divine Umulisa aus Ruanda bei der Spendenübergabe

 

Chat der Welten trotz der Krise

Für die Schüler im Berufskolleg der Handelslehranstalt Gernsbach bedeutete die Corona-Krise einen tiefen Einschnitt in ihren gewohnten Schulalltag. Auch die Arbeit an Projekten ist bis heute von den Schulschließungen betroffen.

Foto: Teilnehmer an der Videokonferenz mit Burundi

In Zusammenarbeit mit ihren Lehrern und den Bildungsreferentinnen Sylvia Holzhäuer und Tete- Divine Umulisa vom Entwicklungspädagogischen Informationszentrum (Epiz) konnte dennoch der Start in ein Nachhaltigkeitsprojekt umgesetzt werden. Die Gruppe organisierte in der vergangenen Woche eine Videokonferenz mit Schülern aus dem afrikanischen Burundi. Das Programm CHAT der WELTEN kombiniert Globales Lernen und den Einsatz digitaler Medien. Der Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern aus dem Globalen Norden und Globalen Süden findet online statt und ermöglicht Lernen in einer außergewöhnlichen Form. So trafen sich rund fünfzehn Schüler der HLA und des Ecole française Saint Exupery aus der Großstadt Bujumbura auf einer Videoplattform zum gegenseitigen Austausch. Moderiert wurde die 90-minütige Veranstaltung von der Gernsbacherin Tete-Divine Umulisa, die bereits im Vorfeld Verbindungen in das ostafrikanische Land herstellen konnte.

Das Thema der Unterhaltung auf Englisch war zunächst die Corona Pandemie und deren Einfluss auf den Alltag der Schüler. So berichteten die Schüler aus Burundi, dass ihre Schule noch voll geöffnet sei, aber Clubs und Bars ihren Betrieb einschränken mussten. Die Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren tauschten sich im Anschluss über Gemeinsamkeiten im Bereich Sport und Technologie aus. „Es war interessant, dass die Schüler aus Burundi auch so viel Zeit in den sozialen Medien verbringen“, stellte die siebzehnjährige Martina Klein aus Gaggenau nach der Diskussion fest.

Im Rahmen des Projekts planen die Schüler und Lehrer schon eine weitere Videokonferenz. Dabei lässt sich feststellen, wie durch die anhaltende Krise der Einsatz der digitalen Medien zunehmend leichter fällt. Das Thema des nächsten Treffens steht auch bereits fest. „Musik, die uns bewegt“, erklärt Tete-Divine Umulisa. „Dazu gehören Unterschiede, Ähnlichkeiten und die Art und Weise, wie Musik uns alle zusammenbringt.“

Sammelaktion der Fördervereine

Fördervereine sammeln für Schüler

Viele Schülerinnen und Schüler in Gernsbach sind seit Beginn der Schulschließungen Mitte März auf digitales Fernlernen angewiesen. Die Situation erfordert von den Familien besondere Anstrengungen, damit Kinder und Jugendliche bestmöglich beim Lernen unterstützt werden.

Die Fördervereine der Von-Drais-Schule, der Realschule und der Handelslehranstalt Gernsbach möchten gemeinsam die Öffentlichkeit zu Spenden für die Ausstattung einzelner Schüler aufrufen. „Meist teilen sich gerade in größeren Familien zwei bis drei Geschwister ein Notebook“, sagt Martin Strauß, Vorsitzender des Fördervereins der HLA Gernsbach. „Wenn ein Kind derzeit in der Grundschule ist und die Schwester eine weiterführende Schule besucht, macht solch eine gemeinsame Aktion, wie sie jetzt die Fördervereine planen,  Sinn.“  Da in der nächsten Zeit kein uneingeschränkter Unterricht an den Schulen stattfinden wird, ist eine Verbesserung der digitalen Ausstattung von Familien mit Kindern besonders wichtig. So sind ein Notebook oder ein Tablet notwendig, um beispielsweise neue Arbeitsmaterialien abzurufen oder zusätzliche digitale Lernangebote zu nutzen. Bis aus den öffentlichen Kassen die Mittel für diese Anschaffungen fließen, müssen die Schulen zunächst selbst für die bestmögliche Unterstützung sorgen.

So würden sich die Fördervereine über Geldspenden auf ihre Vereinskonten freuen, mit denen Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler angeschafft werden können. Ebenso können gut erhaltene Notebooks oder Tablets zur Weitergabe gespendet werden. Dabei sollten die Geräte WLAN fähig sein und eine funktionierende Webcam mit Mikro besitzen.

Da die Fördervereine gemeinnützig sind, können für Spenden auch Spendenquittungen ausgestellt werden.

Die drei Fördervereine bedanken sich jetzt schon für eine hoffentlich tatkräftige Unterstützung.

Das Konto für die HLA Gernsbach lautet:
Freunde der HLA Gernsbach, IBAN:  DE54 6655 0070 0000 0769 27, Sparkasse Rastatt-Gernsbach

Für die Abgabe von Sachspenden kontaktieren Sie bitte Herrn Strauß unter martin.strauss@hla-gernsbach.de